Für ein Wochenende nach Mailand

Blick über Mailand

Städtetrips sind immer etwas schönes… Man kommt aus der Stadt raus, kann etwas Neues entdecken und wie in meinem Fall auch mal Freunde wieder sehen. Der Trip nach Mailand kam eigentlich durch einen blöden Zufall zustande. Meine Freundin und ich wollten eigentlich Anfang Oktober für ein verlängertes Wochenende nach Budapest. Doch irgendwie wollten die Flugpreise nicht mitspielen. Gerade als Berufsanfänger ist es nicht unbedingt drin, mehr als 300 € für einen Flug auszugeben. Und so kam es nach langem Suchen, dass wir günstige Flüge und ein schönes Hotel in Mailand gefunden hatten. Dann konnte dem Kurzurlaub auch nichts mehr im Wege stehen. 

Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es zum Flug nach Köln, damit wir den Samstag in Mailand auch ganz auskosten konnten. So trafen wir uns dann kurz nach 10 am Flughafen in Bergamo und machten uns auf ins Abenteuer „Mailand“. Leider hatten wir statt dem vorhergesagten Sonnenschein Wolken am Himmel, aber es war trocken und angenehm warm. Also statt der Erkundungstour nichts mehr im Wege. 

Der Mailänder Dom

Unser erstes Ziel war – wie kann es auch anders sein – der Dom in Mailand. Kaum kommt man aus der Metro-Station raus, schon blickt man auf dieses gewaltige Gebäude in Mitten der Stadt. Durch den Tipp einer Kollegin wusste ich schon vorher, dass man auch auf das Dom-Dach kommt. Etwas, was man nicht überall kann und darf. Zuletzt hatte ich in Évora die Gelegenheit auf einem Kirchendach zu stehen. Nur das kann man ganz und gar nicht mit dem Domdach vergleichen.

Der Bau des Doms begann in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Auftrag des Stadtherrn. An der Stelle des heutigen Doms waren zuvor Tempel aus der römischen Zeit, eine frühchristliche Kirche sowie eine größere römische Basilika. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Dom stetig erweitert und umgebaut, bis er nun seine heutige Gestalt erhielt. 

Die Gestaltung des Doms ist einzigartig. Die Fassade besticht durch eine Mischung aus barocken und neugotischen Elementen, während der Kirchenbau eher dem gotischen Stil zugeordnet werden kann. Die vielen Strebepfeiler und Verzierungen erinnern mich ein klein wenig an den Notré Dame in Paris und doch ist es irgendwie anders. 

Eine Besonderheit ist, wie bereits erwähnt, das begehbare Dach. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die unterschiedlichen Verzierungen und Skulpturen sowie auf das umliegende Land. 

Im Inneren des Doms haben mich am meisten die Orgeln fasziniert. Ich weiß auch nicht, wieso, aber irgendwie habe ich das so noch nie gesehen. Es gab hinter dem Altar viele Orgeln, die jedoch durch Gemälde versteckt werden konnten. 

Tipp: Wer sich neben dem Dom und dem Domdach auch etwas mehr zum Dom informieren möchte, dem empfehle ich das Kombiticket, mit dem man auch zum archäologischen Bereich der vorherigen Gotteshäuser kommt sowie ein Museum zum Dom besichtigen kann.

 

Galleria Vittorio Emanuele II

Direkt vom Domplatz ist auch Galleria Vittorio Emanuele II zu erreichen. Hier finden sich viele Luxuslabel wie Prada und Louis Vuitton sowie unzählige Restaurants. Auch wenn das Geld bzw. das Kreditkartenlimit vielleicht nicht zum Shoppen hier ausreicht, so sollte man doch einen Abstecher in die Passage wagen. Mit dem Glasdach ist es lichtdurchströmt und schützt doch vor Regen und Wind, auch die Bauweise und Verzierungen machen Galleria Vittorio Emanuele II zu etwas besonderem, was man nicht verpassen sollte.

Dach der Galerie
Blick in die Galerie

 

Die Scala in Mailand

Auch nur einen Katzensprung vom Dom entfernt, befindet sich die Scala von Mailand. So viel hatte ich vorher schon davon gehört und umso größer war dann die Enttäuschung. Von außen ist das Gebäude kann unspektakulär. Von innen hatte ich nach den Infos, die ich im Internet und im Reiseführer gefunden hatte, erwartet, dass es ähnlich wie bei der Oper in Paris ist. Doch ganz so war es dann doch nicht. Während man in Paris fast das gesamte Gebäude besichtigen kann, so hat man hier nur einen kleinen Einblick in das eigentliche Opern- und Theaterhaus. Ansonsten wird man durch ein Museum geführt, wo viele Bilder und Kostüme früherer Aufführungen ausgestellt sind. Während unseres Besuches fand auch gerade eine Lichtprobe statt, so dass wir auch den Innenraum nicht so wirklich sehen konnten. Man konnte zwar auf eine der Besuchertribünen gehen, gesehen hat man aber gar nichts.

 

Ein Besuch beim „Letzten Abendmahl“

Was man während eines Besuches in Mailand auf keinen Fall verpassen sollte, ist „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo Da Vinci. Dieses befindet sich im ehemaligen Speisesaal des an die Santa Maria delle Grazie angeschlossenen Dominikanerklosters. Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall im Voraus ein Ticket zu buchen, denn sonst kann es – vor allem an Wochenenden – sein, dass man es leider nicht zu Gesicht bekommt, da immer nur eine begrenzte Anzahl von Personen in den Raum gelassen werden. Tickets bekommt man unter anderem hier. Wir haben seit unserer Flugbuchung immer wieder nach den Tickets für das Wochenende geschaut und hatten 2 Wochen vor Abflug Glück, dass dann endlich der Samstag zum Ticketkauf freigeschaltet wurde. So konnten wir uns direkt am ersten Tag in Mailand „Das letzte Abendmahl“ anschauen. 

Santa Maria delle Grazie
Das letzte Abendmahl von Leonardo Da Vinci

Was man hier bedenken sollte: In dem Raum befinden sich nur zwei Gemälde – „Das letzte Abendmahl“ sowie ein weiteres Bild an der gegenüberliegenden Wand – und man hat „nur“ 15 Minuten, um sich diese anzuschauen. 

Castello Sforzesco

Unweit der Innenstadt befindet sich das Castello Sforzesco. Hier befinden sich einige Museen Mailands – unter anderem auch eine Gemäldegalerie. Wie man vielleicht erkennt, die Museen haben uns irgendwie überhaupt nicht gefesselt und gereizt, deshalb überspringe ich diese einfach mal. Schön ist aber die Burganlage und der umliegende Park. Diese sind eigentlich jeden Tag zugänglich und können dann erkundet werden. Das Kastell entstand ursprünglich im 15. Jahrhundert als Familiensitz der Familie Sforza. Viele bekannte Architekten – wie auch Leonardo Da Vinci – haben an der Gestaltung des Kastell mitgewirkt. und es um dem gemacht, was es heute ist. Wer sich für die Museen interessiert, hier ein kleiner Spartipp: Am ersten Sonntag im Montag ist hier überall der Eintritt frei. 

 

Was kann Mailand sonst noch?

Mailand bietet natürlich noch viel mehr. Einen guten Überblick über die Vielfalt Mailands kann man sich mit einer der Stadtrundfahrten machen. So haben wir es auch gemacht und haben mit den roten Bussen von Citysightseeing Mailand in drei verschiedenen Touren vieles von Mailand gesehen – so zum Beispiel auch das Stadion von Inter Mailand und AC Mailand. 

Für Eisliebhaber ist Italien natürlich ein Paradis. Wir haben auch öfter mal zum Eis gegriffen und wurden nie enttäuscht. So ein leckeres und cremiges Eis habe ich noch nie zuvor gegessen. Besonders angetan war ich vom Nutella-Eis, da ich Nutella liebe und dieses Eis so geschmeckt hat, als hätte man Nutella mit etwas Sahne verfeinert und dann eingefroren. Einfach köstlich. :)

Nutella Eis
Eis in Italien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Mailand gibt es auch einen Stadtteil, den mein Reiseführer fast als „Venedig“ bezeichnet hat. Im Gebiet der Navigli gibt es Kanäle und ein paar Brücken, an den Ufern finden sich unzählige Restaurants wieder, die auch Mailänder Spezialitäten (wie das Mailänder Risotto mit Safran) anbieten. Hier kann man vor allem Abends viel Zeit verbringen und den Abend ausklingen lassen.

 

Früher außerhalb der Stadt gelegen befindet sich heute der Zentralfriedhof Cimitero Monumentale. Hier liegen viele bekannte Familien Mailands begraben. Auch wenn mir die meisten Namen nichts sagen, so kam mir ein Name doch bekannt vor. Und zwar befindet sich hier auch das Familiengrab der Familie Campari. Der Friedhof ist sehr beeindruckend, da viele der Gräber sehr groß und mit vielen Verzierungen gestaltet sind. Hier kann man auf jeden Fall mal einen Abstecher hin und sich selbst ein Bild von der XX des Friedhofs machen.  

Der Friedhof in Mailand
Grab der Familien Campari

So… das wars auch schon, was ich über unseren Kurztrip nach Mailand zu berichten habe.

 

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